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Ich möchte Zeichnen, aber irgendwie geht nichts.

Genau dieses Problem haben viele Kreative immer wieder. Man hat Zeit und Lust, den Stift in der Hand, aber es will partout nichts Brauchbares aufs Papier oder den Bildschirm rutschen und wenn wirkt jeder Strich gequält und fehlplatziert. Auch die Motivsuche kann zur Qual werden, weil man auf nichts Lust hat. Nicht nur Zeichner sind betroffen, auch andere kreative Tätigkeiten wie Schreiben, Handarbeit oder Backen. Dauert diese unmotivierte Phase länger kommen auch noch sehr oft Selbstzeifel ins Spiel. Dieses Phänomen nennt man KreaTief oder Artblock.

Weil ich selbst auch öfter „betroffen“ bin, will ich hier ein paar Tipps und Tricks auflisten, wie man diese Phasen unbeschadet übersteht:

1.  Ruhig bleiben
Sich zu etwas zu zwingen oder sich unter Druck zu setzten bringt genau das: Nichts.
Und ganz oft im Leben kommt es auf die Einstellung an. Akzeptier, dass du keine Maschinebist, die 24/7 kreative Ideen ausspuckt. Du hast mal schlechte, mal gute Tage, mal gute, mal bessere Ideen und manchmal auch keine. Das ist ganz normal und das geht auch wieder vorbei.

2. Gönn dir was
Selbst wenn man sich zur Ruhe zwingt, kann die Laune über länge Zeit trotzdem gedrückt sein. Nimm dir also bewusst Zeit für andere Hobbys oder Dinge, die du gern tust. Und das ohne schlechtes Gewissen.

3. Räum auf
Dein Zeichentisch ist mehr eine vollgemüllte Ablage als ein Ort zum Zeichnen? Deine Schreibutensilien und Ideenskizzen liegen kreuz und quer in deinem Arbeitszimmer herum? Du weißt gar nicht mehr, was du alles an Bastelmaterial hast? Dann wird es Zeit aufzuräumen und auszumisten. Ganz oft reagiert man unterbewusst auf Chaos in seiner Umgebung mit Chaos im Kopf. Und ein schöner Nebeneffekt vom Aufräumen: Man weiß nachher wieder, was man alles besitzt.

4. Raus aus dem Alltagstrott
Dein Leben dreht sich im Kreis und deine Gedanken auch? Raus aus dem Haus und dem Mindset. Unternimm Ausflüge oder besuch bewusst Orte, an denen du dich wohlfühlst oder die dich im besten Fall noch inspirieren. Überrasch dich auch mal mit unbekannten Zielen und sei spontan!
Mein Tipp für Zeichner: Mach einen Ausflug in die nächste Bibliothek und schmöker dich durch die Kunst- und Kinderbuchabteilung. Hier kannst du dich nicht nur für nächste Projekte inspirieren, du kannst auch den Ausflug zum Üben nutzen. Kritzle, zeichne ab oder probier andere Stile aus.

5. Tausch dich mit anderen aus
Gibt es in deiner Nähe einen Zeichnertreff oder Veranstaltungen mit Gleichgesinnten? Nichts wie hin! Dort kannst du dich intensiv über dein Hobby austauschen, dir Tipps geben lassen und wieder Inspiration finden. Auch für Feedback eignen sich solche Treffen.

6. Mach Kurse
Vielleicht hast du eine Blockade, weil du mit deinem Können nicht zufrieden bist und auf der Stelle trittst. Dann ist es sinnvoll auch mal einen Kurs zu besuchen. Vor allem bei Volkshochschulen gibt es ein breites Kurs-Angebot für jeden Geschmack und die Kurse reißen kein Loch in deinen Geldbeutel. Such dir auch Kurse aus, die nicht 100% zu deinen Interessen passen. So lernst du dich und deine Fähigkeiten kennen! Schöner Nebeneffekt: Man lernt Gleichgesinnte kennen und kann gut Kontakte knüpfen.
Mein Tipp für Zeichner: Besucht einen Aktmalkurs. Man muss sich ein bisschen an das nackte Motiv gewöhnen, aber du hast noch nie so schnell über Anatomie gelernt.

Ich hoffe, dass dir meine Tipps irgendwie helfen konnten und du dein KreaTief überwinden konntest 🙂

Liebe Grüße
Vroni

 

Bildquelle: coyot @ pixabay